Jägerschere
gallery for contemporary art

Niederer-Fläming, Germany

Jägerschere                                                                                         
gallery for contemporary art
Dorfstr. 17, Wiepersdorf bei Jüterbog
14913 Niederer-Fläming
Germany


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Kodac Ko Peter Stauss  

Ohne ein Wort zu sprechen
02 Oktober - 30 Oktober 2022

'Ohne ein Wort zu sprechen' bringt die Arbeiten von Kodac Ko und Peter Stauss zusammen, zwei in Berlin lebenden Künstlern, deren Arbeiten eine Affinität zu einer Betrachtung von Ort und Moment teilen. Die Arbeiten beider Künstler erforschen auf ganz unterschiedliche Weise die Momente vor und nach einer Handlung oder Entscheidung, und diese Ausstellung bietet einen Einblick in ihre Arbeit, in der diese paradoxen Anliegen erforscht werden. Der Titel der Ausstellung ist (wie bei jeder Jägerschere-Ausstellung) der Nacherzählung des Rotkäppchens der Brüder Grimm entnommen. In diesem Fall bezieht sich die Originalzeile auf die stille Annäherung des Wolfs an die Großmutter, bevor er sie auffrisst.

Kodac Ko (geb. 1986, Jeju, KR ) schafft Medienkunstwerke und Installationen mit gemischten Medien. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Unfähigkeit zu kommunizieren, den Versuch eines Dialogs, die Dissonanz zwischen Form und Inhalt und die Dysfunktion der Sprache. Ihr Video P(re)- (eine Arbeit von 2019, die hier zum ersten Mal in Deutschland gezeigt wird) fängt die Momente genau vor einer Reihe von alltäglichen Ereignissen ein. Ein Bogenschütze spannt seinen Bogen, eine Friseurin hebt eine Haarlocke und präsentiert ihre Schere, ein Pferd wird auf einen Wagen gesattelt usw. In jedem Fall schneidet Ko den Film in den Momenten, bevor die wichtigste, vorweggenommene Handlung stattfindet. Es bleibt nur die Vorbereitung. In ihrer Arbeit Bodyclap aus dem Jahr 2016 wird der Akt des Klatschens, eine menschliche Geste der Zustimmung, die oft das Ende einer privaten oder öffentlichen Präsentation markiert, zum Hauptthema der Arbeit, da Ko zuerst ihre Hände, dann ihr Gesicht, ihre Arme und ihre Oberschenkel wiederholt klatscht. Hier wird der Applaus zu einem introvertierten Akt der Gewalt.

Peter Stauss (geb. 1966, Sigmaringen, DE) ist vor allem für seine großformatige Malerei bekannt, die Bilder aus einem Querschnitt historischer, religiöser und kunstgeschichtlicher Quellen kombiniert. Wir freuen uns, in der Jägerschere eine Gruppe von Gemälden bescheideneren Ausmaßes zu präsentieren, die er auf seinen verbrauchten Paletten gemalt hat. Formal ist die Palette natürlich dazu da, um Farben zu mischen, um Pigmente für den Gebrauch vorzubereiten. Sie ist der malerische Moment, der eintritt, bevor der Pinsel die Leinwand berührt. Hier werden sie als eigenständige Elemente präsentiert, eine Verflechtung von Vorher und Nachher. Stauss' Leinwände wurden im Laufe der Jahre von immer wiederkehrenden Figuren bevölkert, und viele von ihnen tauchen auf diesen verbrauchten Paletten wieder auf, wenn er sie von der Arbeitsfläche in ein Kunstobjekt verwandelt. Zu diesen Figuren gehören Heilige und Soldaten, zerlumpte Revolutionäre, kiffende Hippies und dislozierte historische Figuren, die dem frühen Picasso oder den niederländischen Meistern entsprungen zu sein scheinen. Letztere finden sich auch in den Bronzeskulpturen wieder, die Stauss neben seinen Gemäldepaletten präsentiert. Sie stellen ein Moment am anderen Ende der künstlerischen Produktion dar, wo die Figuren aus seinen Gemälden einen neuen "endgültigen" Status als dreidimensionale Darstellungen erreicht haben. Die Bewegung zwischen Anfang und Ende verschränkt sich mit sich selbst, und die Zirkularität der Bilder zwischen Malerei (einem Nach- und Vorher-Raum), Palette (einem Vorher- und Nachher-Raum) und Bronzeskulptur spricht von einer Verweigerung von Endgültigkeiten, einem Beharren auf Bewegung als Zustand des künstlerischen Seins.


Ohne ein Wort zu sprechen
02 October - 30 October 2022

Ohne ein Wort zu sprechen brings together the work of Kodac Ko and Peter Stauss, two Berlin-based artists who work shares an affinity for a consideration of place and moment.  The work of both artists, in quite distinct ways, explore the moments before and after an action or decision and this exhibition presents a view into their work where these paradoxical concerns are explored.  The title of the show (like every Jägerschere exhibition) is taken from the Brother’s Grimm re-telling of Little Red Riding Hood.  In this case the original line refers describes the Wolf’s silent approach to Grandmother before he eats her.
 
Kodac Ko (b.1986, Jeju, KR
) creates media artwork and mixed media installations. Her work focuses on the inability to communicate, the attempt at dialogue, the dissonance between form and content and the dysfunction of language. Her video P(re)- (a 2019 work of which this is the first presentation in Germany) captures the moments precisely before a series of everyday events. An archer draws their bow, a hairdresser lifts a lock of hair and presents her scissors, a horse is saddled to a cart etc. In each case Ko cuts the film at the moments before the main, anticipated action occurs. Only its preparation remains. In her 2016 work Bodyclap the act of clapping, a human gesture of approval that is often taken to mark the end of a private or public presentation, becomes the main focus of the work as Ko claps first her hands, then face, arms and thighs repeatedly. Here applause becomes an introverted act of violence.

Peter Stauss (b. 1966, Sigmaringen, DE) is best known for his large-scale painting which combines imagery from a cross-section of historical, religious and art-historical sources. At Jägerschere we are pleased to present a group of paintings of a more modest scale that he has made on his used_up palettes. Formally, of course, the painter’s palette exists to mix colours together, to prepare pigments before use. It is the painterly moment that occurs before the brush touches the canvas. Here they are presented in their own right, an enmeshment of before and after. A recurring cast of characters have populated Stauss‘ canvases over the years and many of them reappear on these used up palettes as he transforms them from working space to art object. These characters include saints and soldiers, bedraggled revolutionaries, dope-smoking hippies and dislocated historical figures who seem to have emerged from early Picasso or the Dutch Masters. This latter figure is also be found in the bronze sculptures Stauss is presenting alongside his painting palettes. They represent a moment at the other extreme of artistic production, where figures from his paintings have reached a new ‘final’ status as three-dimensional representations. The movement between beginning and endings becomes entangled with itself and the circularity of imagery between painting (an after and before space), palette (a before and after space) and bronze sculpture speaks to a refusal of finalities, an insistence on movement as state of artistic being.

Natascha Frioud Ute Fründt Irina Gheorghe David Krippendorff Sabine & Peter Rossa Ursula Wilcke  

Wie die Vöglein so lieblich singen
14 August - 11 September 2022

Wie die Vöglein so lieblich singen versammelt eine Gruppe von Werken, die zwischen den 1960er Jahren und der Gegenwart entstanden sind. Die Ausstellung verweigert einen einzelnen Erzählstrang und präsentiert eine Gruppe von Verbindungen zwischen Themen wie Kindheit, Freizeit, Nostalgie und Unterdrückung. Der Titel der Ausstellung ist der Nacherzählung des Rotkäppchens der Gebrüder Grimm entnommen und stellt den Versuch des Wolfes dar, die gleichnamige Heldin von ihrer Aufgabe abzulenken. Der Wolf schlägt ihr vor, ein paar Blumen zu pflücken und innezuhalten, um das Vogelgezwitscher zu genießen. Hier wird die Phrase natürlich ironisch eingesetzt.

Ursula Wilcke würde sich selbst nicht als professionelle Künstlerin bezeichnen. Eigentlich ist sie eine Rentnerin, die in Magdeburg lebt. Sie wurde jedoch in Wiepersdorf geboren und lebte als Kind auf dem Bauernhof, der heute als Galerie Jägerschere fungiert. Bei Aufräumarbeiten in einem der Galerieräume wurde eine Gruppe von ausrangierten Kinderskizzen aus der Mitte der 1960er Jahre entdeckt, die einen wichtigen Beitrag zur Ausstellung bilden. In ihrem naiven Stil spiegeln sie die gelebte Erfahrung der Kindheit in der DDR wider. Porträts von Lehrern, Ostseeurlauben und Arbeitern in einer Fabrik mischen sich mit jahreszeitlichen Grüßen und Studien von Blumen. Einige sind Schularbeiten, andere sind private Reflexionen, und sie sprechen zu uns über die Jahrzehnte hinweg.

Einen ähnlichen Ton schlägt Natasha Frioud in ihrem Werk 'Traurige Hotels' an. Diese Serie von Dias, die in Kisten auf Flohmärkten und in Antiquitätenläden gefunden wurden, zeigt eine Reihe von halbverlassenen Hotels am Mittelmeer. Sie zeigen leere Strände und modernistische Architektur und sind chromatische Performances der Nicht-Erinnerung und Nostalgie. Die Bilder stammen von einer Reihe von Kameras gewöhnlicher, unbekannter Menschen, von denen die meisten jetzt wahrscheinlich tot sind. Sie stellen ein Netzwerk persönlicher Geschichten dar, die sich miteinander verbinden und so zu einem Plural und Kollektiv werden.

Irina Gheorghe bringt uns mit ihrer 2019 entstandenen Arbeit "MA-TE-MA" eine andere Kindheitserinnerung nahe, die in diesem Fall völlig konstruiert ist. Eine Fotoserie zeigt eine junge Frau, die anhand eines Kinderspiels erforscht, wie abstrakte Vorgänge im Raum des Geistes zu physischen Objekten werden. Das Spiel selbst und der Farbraum der Fotografien scheinen den Seiten einer Zeitschrift aus den 1970er Jahren entsprungen zu sein. Aber in der Anordnung dieser einfachen Geometrien spüren wir eine Handlung, die im Grunde genommen propositional ist, ein Amalgam aus konkreter Form und Spekulation.

Form und Spekulation sind auch in "Kali", einer Zweikanal-Videoinstallation von David Krippendorff, von Bedeutung. Inspiriert von Nina Simones Interpretation von Pirate Jenny aus B. Brecht/K. Weills "Dreigroschenoper" hat Krippendorff den Text des Liedes in einen dramatischen Monolog umgeschrieben. Dieser wird von der Schauspielerin Hiam Abbass auf Arabisch vor der Kamera vorgetragen. Die uns vorgestellte Jenny, die für einen Hungerlohn in einem Heruntergekommen Hotel arbeitet, ist voll von der gerechten Wut ihres Brechtschen Vorgängers. Doch indem sie Ideen von Überwachung und staatlicher Macht ins Spiel bringt, wird diese Fantasie von Rache und Selbstverwirklichung in einen völlig zeitgenössischen Kontext transportiert.

Ute Fründt präsentiert eine frühe Arbeit aus dem Jahr 2006 aus ihrer Serie "Rooms". Fründts Gemälde sind oft verspielt und von imaginären, magischen Qualitäten durchdrungen. Doch hier ist der Ton gedämpfter und die Erinnerung scheint die Hauptrolle zu spielen. Ein verschlafenes, ungemachtes Bett, ohne menschliche Figuren, steht in einem Raum. Vielleicht ein Hotel oder eine italienische Pension aus den 1960ern oder den 1980ern....? In all seiner Spezifizität (die Durchsichtigkeit des Stoffes, das Lichtspiel durch das Fenster) verleugnet das Werk das Besondere, und wir könnten einen Moment aus fast jedem Zeitpunkt der letzten sechzig Jahre beobachten.

Die Arbeiten von Sabine und Peter Rossa vervollständigen die Ausstellung. Die beiden Absolventen der Kunsthochschule Berlin-Weißensee aus den späten 1960er Jahren stehen mit ihrer Bildsprache ganz in der Tradition der Art Brut. Ihre figurativen Holzskulpturen sind jedoch auch stark von ihrer eigenen Geschichte als Künstler in der DDR und später im vereinten Deutschland geprägt. Das gemalte Gesicht der in "Abgeschminkt" dargestellten Frau könnte an Piraten-Jenny vorbeigegangen sein, in einem von Friouds Hotels gesourced oder in Fründts Bett geschlafen haben. Sie könnte einen von Wilckes Gymnasiallehrern gekannt haben. Die Verflechtung und Vermischung dieser Geschichten, ihre Ansprüche aneinander, das sind vielleicht die süßen Töne einer Art Vogelgesang, der uns unweigerlich abzulenken scheint.



Wie die Vöglein so lieblich singen
14 August - 11 September 2022

‘Wie die Vöglein so lieblich singen’ brings together a group of works produced between the 1960s and the present day. Refusing a singular narrative thread, the exhibition presents a group of interconnections between thematics of childhood, leisure, nostalgia and oppression. The title of the show, taken from the Brothers’ Grimm re-telling of Little Red Riding Hood, is the wolf’s attempt to distract the eponymous heroine from her task. The wolf suggests she goes and picks some flowers and stop to appreciate the birdsong. Here, of course, the phrase is ironically deployed.

Ursula Wilcke would not consider herself a professional artist. In fact she is actually a pensioner who lives in Magdeburg. She was, however, born in the village of Wiepersdorf and as child lived on the Bauernhof that now functions as the Jägerschere gallery. A group of her discarded childhood sketches from the mid 1960s were discovered whilst clearing one of the gallery spaces and these form a keynote contribution to the exhibition. Necessarily naïve in style they are nonetheless redolent of the lived experience of childhood in the DDR. Portraits of teachers, Baltic coast holidays and workers in a factory are intermingled with seasonal greetings and studies of flowers. Some are school work, some are private reflections and they speak to us across the decades.

A similar note is struck by Natasha Frioud in her work ‘Traurige Hotels’. This series of slides found in boxes at flea markets and antique shops show a range of semi-deserted Mediterranean Hotels. Showing empty beaches and modernist architecture, these are chromatic performances of non-memory and nostalgia. Coming from a range of cameras belonging to ordinary, unknown people, most of whom are now probably dead, the images present a network of personal stories that combine together, becoming plural and collective.

Irina Gheorghe brings us to another memory of childhood, in this case one which is entirely constructed, with her 2019 work ‘MA-TE-MA’. A photographic series shows a young woman using a children’s game to explore the way abstract procedures in the space of the mind become physical objects. The game itself and the colour space of the photographs seem to have leapt off the pages of a 1970’s magazine. But in the arrangement of these simple geometries we sense an action this is fundamentally propositional, an amalgam of concrete form and speculation.

Form and speculation are similarly resonant qualities in ‘Kali’ a two-channel video installation by David Krippendorff. Inspired by Nina Simone’s rendition of Pirate Jenny, from B. Brecht/K.Weill’s „Three Penny Opera“, Krippendorff has rewritten the lyrics of the song as a dramatic monologue. This is performed to camera by actress Hiam Abbass in Arabic. The Jenny we are presented with, working for shitty wages in a shitty hotel, is replete with the righteous anger of her Brechtian forbear. But in bringing ideas of surveillance and state power into play this fantasy of revenge and self-realisation is transported to an entirely contemporary context.

Ute Fründt presents an early work from 2006 taken from her “Rooms” series. Fründts paintings are often playful and infused with imaginary, magical qualities. But here the tone is more muted and recollection seems to take the leading role. A slept in, unmade bed, devoid of human figures, stands in a room. Maybe a hotel, or Italian pension from the 1960s or the 1980s….? In all its specificity (the translucency of the fabric, the play of light through the window) the work denies the particular and we might be observing a moment from almost any point in the last sixty years.

The work of Sabine and Peter Rossa completes the exhibition. Graduates of the Berlin Weißensee Art School in the late 1960’s, their visual language owes much to an Art Brut tradition. Their figurative wooden sculptures are nonetheless also greatly infused with their own histories as artists within the DDR and subsequently in a unified Germany. The painted face of the woman depicted in ‘Abgeschminkt’ could have walked past Pirate Jenny, or sourjoured in one of Frioud’s Hotels or slept in Fründts bed. She could have known one of Wilcke high-school teachers. The folding and intermingling of these histories, their claims upon one another, these perhaps are the sweet tones of a kind of birdsong that seems, inevitably, to distract us.

Laura Bruce John Martin Callanan Nick Crowe & Ian Rawlinson Loreum Sophio Medoidze  

Drück nur auf die Klinke
08 Mai 2022 - 05 Juni 2022

Der Titel der ersten Ausstellung ist, wie der Name der Galerie selbst, der Nacherzählung des Rotkäppchens der Gebrüder Grimm entnommen. Das Dorf Wiepersdorf hat eine langjährige und vielschichtige Beziehung zu dem Märchen, und das wollten wir im Namen und in der Identität der Galerie widerspiegeln." Im Märchen ist der Satz "Drück nur auf die Klinke" die hinterlistige Einladung des Wolfes, in Großmutters Haus einzudringen. Hier dient er als Aufforderung, eine Ausstellung zu erleben, die sich mit dem Ort und der Gemeinschaft und der doppelten Bindung durch Austausch und soziale Grenzen beschäftigt.

Die rohen Keramikfiguren der in Berlin lebenden Künstlerin Laura Bruce formieren sich zu wandernden sozialen Gruppen, die sich auf einem niedrigen Podest im Hauptraum versammeln. Sie scheinen eine Welt für sich zu bilden. Daneben präsentieren wir Sophio Medoidzes Arbeit "Xitana" aus dem Jahr 2019. Medoidze arbeitet zwischen London und ihrer Heimatstadt Tiblisi und zeigt einen Film über das soziale und rituelle Leben der Tush People, einer Gruppe, die in Ostgeorgien lebt. Der britische Kritiker Mike Sperlinger schreibt über das Werk: "Wir hören das Schnauben des Pferdes, das sanfte Stimmengewirr anderer Menschen, die im Hintergrund reden und lachen. Alles verändert sich, ein wenig. Ein Zauber wird aufgehoben, oder besser gesagt, eine Reihe von Erwartungen wird zerstreut; das Märchen macht Platz für etwas Lustigeres und Fremderes." Im Projektionsraum zeigen wir eine Arbeit der amerikanischen Künstlerin Loreum, in der Tanz und eine Ausstellung in einem einstürzenden Haus zum Objektiv für Armut und sozialen Abstieg in Kalifornien werden. Das Haus gehörte einem Freund aus Kindertagen, wurde aber später nicht mehr genutzt, wurde zu einer Crack-Höhle und brannte aus. Inmitten dieser Ruinen präsentiert Loreum seine Bilder, ein Akt der Heilung und der Trauer zugleich. Nick Crowe und Ian Rawlinson zeigen ihr Werk "Partition" aus dem Jahr 2022. Das aus Stroh und Altpapierbriketts gefertigte Werk fungiert als Barriere zwischen zwei Räumen und lädt zu einer Begegnung ein, bei der die Verstrickungen von Ort und Geschichte berücksichtigt werden. Zum Abschluss der Ausstellung sind wir stolz darauf, die neueste Ausgabe von "Wars During My Lifetime" des schottischen Künstlers Martin John Callanan zu präsentieren, ein fortlaufendes Publikationsprojekt, das kürzlich aktualisiert werden musste.

Auch!!! Unsere Freunde auf Schloss Wiepersdorf eröffnen am selben Tag eine Ausstellung. Wenn ihr also am 8. Mai zu unserer Eröffnung kommt, könnt ihr auch die Arbeiten von Sven Gatter, Badri Gubianuri, Andrea Pichl, David Polzin und Heidi Sill im Atelierhaus sehen.
https://www.schloss-wiepersdorf.de/de/eventreader/offene-ateliers-2022.html


Drück nur auf die Klinke
8 May 2022 - 05 June 2022

The title of the first show, like the name of the gallery itself, is drawn from The Brothers’ Grimm retelling of Little Red Riding Hood. The village of Wiepersdorf has a longstanding and multifaceted relationship to the fairy tale and we wanted to reflect that in the name and identity of the gallery. In the fairy tale the phrase “Drück nur auf die Klinke” (just press on the handle…) is the wolf’s deceitful invitation to enter Grandmother’s House. Here it serves as a catch-all invitation to experience an exhibition about about site and community and the double bind of exchange and social borders.

Berlin-based artist Laura Bruce’s raw ceramic figures form themselves into itinerant social groups as they gather together on a low platform in the main space. They seem to form a world all unto themselves. Beside them we present Sophio Medoidze’s 2019 work “Xitana.” Medoidze works between London and her native Tiblisi and is showing a film portraying the social and ritual lives of the Tush People, a group living in Eastern Georgia. British critic Mike Sperlinger writes of the work; “We hear the snorts of the horse, the gentle hubbub of other people talking and laughing in the background. Everything changes, slightly. A spell is lifted, or rather a set of expectations is dispelled; the fairytale gives way to something funnier and stranger.” In the projection space we screen a work by American artist Loreum, in which dance and an exhibition in a collapsing house becomes the lensing for poverty and social decline in California. The house had belonged to a childhood friend but later fell into disuse, became a crack den and got burnt out. Amongst these ruins Loreum present his paintings, an act that is simultaneously one of healing and of mourning. Nick Crowe & Ian Rawlinson are showing their 2022 work “Partition.” Created from straw and waste paper briquettes, the work acts as a barrier between two spaces, an invitation to consider the entanglements of place and history. Completing the show we are proud to present the latest iteration of Scottish artist Martin John Callanan’s “Wars During My Lifetime” an ongoing publication project which recently had to be updated.

Also!! Our friends at Schloss Wiepersdorf are opening an exhibition on the same day. So if you come down for our opening on 8 May and you can also see the work of Sven Gatter, Badri Gubianuri, Andrea Pichl, David Polzin und Heidi Sill in the Atelierhouse.
https://www.schloss-wiepersdorf.de/de/eventreader/offene-ateliers-2022.html